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AGBU Germany im Interview
mit Radio Lora
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Die armenische Redaktion von Radio Lora war mit unserem Vize-Präsidenten Ohanes Altunkaya im Gespräch über die AGBU Germany, den armenischen Institutionen in Deutschland und unseren Zukunftsplänen. 

Munich – July 6, 2021

Die Armenische Redaktion hat in der Juli-Sendung Interviews mit Shushan Ghazaryan, für den Studentenclub HAIK, mit den Musikerinnen Narine Khachatryan und Anna Ghazaryan und dem berühmten Cellinisten ​​Mikael Hakhnazaryan sowie mit Ohanes Altunkaya für die AGBU Germany gesprochen. Ein hörenswerte Sendung, die hier nachzuhören ist:

Hier ein Auszug aus dem Interview mit Ohanes Altunkaya:

Astghik Hakobyan/Ashkhen Arakelyan: Jeder Armenier, der außerhalb Armeniens lebt, hat bestimmt von den Aktivitäten des armenischen Wohltätigkeitsverbands AGBU gehört. AGBU ist eine armenische Non-Profit-Organisation, die im Jahre 1906 von Boghos Nubar Pascha in Kairo gegründet wurde. Diese Organisation, die vielen Studenten hilft, im Ausland zu studieren, humanitäre Hilfe für bedürftige Familien und Soldaten leistet, hat eine Repräsentanz jetzt auch in Deutschland. Heute haben wir den Vizepräsidenten der AGBU, Ohanes Altunkaya, zu einem Interview mit Radio Lora eingeladen.

Ashkhen Arakelyan: Was mich zuerst interessiert, ist die Motivation oder der Hintergrund der Idee, AGBU Germany zu gründen?

Ohanes Altunkaya: Erst mal danke ich Ihnen Frau Arakelyan für die Einladung und freue mich sehr, dass Sie mit Frau Hakobyan und Radio Lora zusammen die armenischen Sendungen mit einer armenischen Redaktion wieder aufleben lassen haben.

Ich bin seit 2002 in der armenischen Gemeinschaft in Deutschland aktiv. Und für mich, bedeutet Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen und sich ehrenamtlich zu engagieren, etwas, das ich sowohl bei meinen Eltern als auch bei meinen Tanten und Onkeln erlebt habe, daher war es für mich einfach die natürlichste Sache der Welt mich zu engagieren.

Meine Familie, die nach dem Genozid in Syrien eine neue Heimat gefunden hatte, seit frühen Zeiten Mitglied der AGBU, als sich die AGBU bereits um die Genozidüberlebenden gekümmert hatte. Auf armenisch heißt die AGBU Parigortzagan. Daher ist diese in Syrien unter diesem Namen bekannt.

Noch als Student habe ich mit Freunden den deutsch-armenischen Studentenclub HAIK gegründet und eine Partnerschaft mit der AGBU, die 2008 begann, war nicht nur für mich essenziell und entscheidend bei allen Projekten.

Während unserer Zusammenarbeit mit der AGBU haben wir früh erkannt, dass die AGBU nicht nur ein großartiges Beispiel für armenische Resilienz ist, sondern aufgrund ihres professionellen Ansatzes und ihres hohen Standards in der Arbeit für die Gemeinschaft als Blaupause für armenische Institutionen in der Diaspora dient.

Inspiriert von der Arbeit der AGBU und ihren charismatischen Mitarbeiter, die wir im Laufe der Jahre kennenlernen und mit denen wir zusammenarbeiten durften, war es Georgi [Ambarzumjan] und mir ein Anliegen, diese Werte [der AGBU] nach Deutschland zu tragen

Wir haben uns deswegen daher das Ziel gesetzt, ein nationales AGBU Chapter zu eröffnen und damit der Gemeinschaft der weltweit größten und ältesten armenischen gemeinnützigen Organisation beizutreten, die sich der Bewahrung des armenischen Erbes und der Erhaltung, Stärkung und Entwicklung der armenischen Gemeinschaft weltweit widmet.

Ashkhen Arakelyan: Ich persönlich bin sehr stolz darauf, dass AGBU jetzt auch in Deutschland aktiv wird. Aber meine Frage ist, wenn Sie die Arbeit der armenischen Gemeinden, Organisationen als Ganzes, ihre Lobby hier in Deutschland auf einer Skala von eins bis fünf bewerten müssten, was wäre Ihre Note? Haben Sie irgendwelche Kritikpunkte oder Wünsche, etwas zu verändern? Ich bin sicher, Sie beobachten aktiv die Arbeit der Armenier in Deutschland.

Ohanes Altunkaya: Ja, das ist eine tolle Frage. Ich bin jetzt in der armenischen Gemeinschaft seit beinahe 20 Jahren aktiv und bewundere besonders, das, was jeder Armenier – jeder einzelne Armenier – als Botschafter für unsere Gemeinschaft bereits gemacht hat. Der jahrzehntelange Aktivismus eines jeden einzelnen Armenier und Armenierfreundes in seinem Umfeld haben 2016 in die Genozidanerkennung gemündet. Was aber fehlt, ist nicht der Einsatz, sondern es fehlt meiner Ansicht nach vor allem an professionellen Strukturen, die eine effektivere Zielerreichung ermöglichen. Es braucht die Zusammenarbeit aller Organisationen und daher waren wir von Anfang an in stetem Austausch mit der Diözese allen voran unseren sehr geschätzten Bischof Isakhanyan und anderen armenischen aber auch nicht-armenischen Organisationen und Institutionen und das stimmt uns sehr positiv, der Zuspruch den wir bekommen. Wir brauchen professionelle Organisationen in denen armenisch-stämmige Bürger, die erfolgreich in ihren Berufen sind und die bisher nicht den Weg in die Gemeinschaft gefunden haben eine Heimat finden können, in denen Sie Ihre Talente und Kraft mit für die Gemeinschaft einsetzen. Wir sollten alle für die gemeinsamen Ziele zusammenarbeiten und bei der Zusammenarbeit sollten wir eine Note von 1+ anstreben.

Ashkhen Arakelyan: Was sind die spannendsten Zukunftspläne oder Neuigkeiten, auf die sich die Diaspora freuen sollte? Ich weiß auch, dass Sie einige humanitäre Programme für die vertriebenen Menschen aus Arzach haben. Würden Sie diese vielleicht kurz vorstellen?

Ohanes Altunkaya: Da gibt es Programme zur Unterstützung von invaliden Soldaten, von verletzten Soldaten, von Familien die auseinandergerissen worden sind. Deren Väter, Söhne, Onkel, Brüder nicht mehr da sind oder verletzt sind oder behindert sind. Oder Familien, die nicht mehr in ihrer Heimat sind und vertrieben sind. Und da gibt es relativ viele Programme der AGBU die diese Menschen unterstützt und wir mit der AGBU Germany stellen unseren Teil dar, um der Gemeinschaft in Deutschland zu unterstützen direkt mitzuwirken, um mit der AGBU gemeinsam den Menschen vor Ort zu helfen. Unser Wirken ist vor allem als Brücke von Deutschland aus in die armenische Diaspora, nach Armenien und Arzach zu sehen.

Wir werden Webinare und Auftaktveranstaltungen anbieten, um die AGBU in Deutschland noch bekannter zu machen. Die Geschichte der AGBU der letzten 115 Jahren vermitteln und den Wert, den wir als AGBU Germany als Brücke zu Armenien und Arzach aber auch zu den anderen armenischen Gemeinschaften in der ganzen Welt für die armenische Gemeinschaft Deutschlands aufzeigen.

Wir werden uns für eine Zukunft der armenischen Gemeinschaft engagieren und dabei sehen wir vor allem unseren Schwerpunkt in der Unterstützung der Armenier in ihrer Karriere mit Soft-Skill Trainings, Unterstützung bei Bewerbungen und auch beim Finden von Praktika. Es ist aber auch für uns seh​​r wichtig, dass wir neben der beruflichen Förderung die Förderung des IT- und Tourismussektors von Armenien und Arzach in Deutschland stärken. Die Eröffnung von TUMO Berlin ist ein großer Meilenstein für TUMO und hilft uns auch aufzuzeigen, dass selbst führende IT-Nationen wie Deutschland von armenischen Erfolgsgeschichten lernen können. Nicht ohne Grund will Deutschland um die 45 – 50 TUMO-Center in ganz Deutschland eröffnen.

Wir werden auch unsere Kontakte in der Zivilgesellschaft nutzen, um eine tiefere kulturelle Bindung zwischen der armenischen Gemeinschaft und der Zivilgesellschaft in Deutschland zu schaffen.

Ashkhen Arakelyan: Ich bin mir auch sicher, dass die Diaspora sich auf den spannenden Zukunftsplänen freut und ich möchte mich bei Ihnen für Ihre Zeit und Mühe bedanken und wünsche Ihnen einen schönen Abend.

Ohanes Altunkaya: Immer sehr gerne. Wir sind immer sehr gerne bereit mit Ihnen zu kooperieren.

Ashkhen Arakelyan: Danke!

AGBU Germany headquartered in Berlin is the first German Chapter of the Armenian General Benevolent Union (AGBU), the world’s largest non-profit organization devoted to upholding the Armenian heritage through educational, cultural and humanitarian programs across the globe. Headquartered in New York City, AGBU has an active presence in 31 countries and 74 cities.

 

AGBU Germany was founded in 2020 in the awareness of its responsibility towards the Armenians in Germany, Armenia, Artsakh, and in the Diaspora. Inspired by the unwavering determination of its mother organization AGBU founded in 1906, and in appreciation and recognition of its continuous achievements, the Chapter fits as a German link into the ranks of international AGBU Chapters as well as into the global Armenian nation.

Paris 1925, meeting of the AGBU Central Board, seated center, Boghos Nubar. Earliest photo available of the Central Board.
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