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Schließung des Lehrstuhls
"Geschichte Aserbaidschans"
an der HU Berlin
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In einer öffentlichen Stellungnahme kritisiert der “Referent_innen-Rat” (RefRat) der Humboldt-Universität zu Berlin die finanzielle und inhaltliche Einflussnahme des aserbaidschanischen Regimes auf den Lehrstuhl „Geschichte Aserbaidschans“. 

Berlin – August 8, 2021

Zuvor hatten Mitglieder von AGBU Germany den RefRat bezüglich der Nähe des Lehrstuhls zum aserischen Diktator Ilham Alijew informiert. Der Lehrstuhl wird von der umstrittenen Prof. Dr. Eva-Maria Auch am Institut für Geschichtswissenschaften geführt. Der Lehrstuhl soll nun ab kommendem Wintersemester 2021/2022 seine Türen schließen. Die “Initiative für eine unabhängige und transparente Wissenschaft” sieht die Freiheit von Forschung und Lehre angesichts der Finanzierung des Lehrstuhls “Geschichte Aserbaidschans” durch das autoritäre Aserbaidschan akut gefährdet. Ebenso wie der RefRat fordert sie eine in jeder Hinsicht unabhängige Forschung zum Südkaukasus, die die Perspektiven aller betroffenen Staaten und Ethnien beleuchtet.

Der Lehrstuhl, welcher 2010 an der HU eröffnet wurde, steht seit seiner Gründung unter starker Kritik, so auch die Lehrstuhlinhaberin. Prof. Dr. Auch hatte die aserische Hauptstadt Baku im April 2021 besucht, nachdem Aserbaidschan, militärisch unterstützt von der Türkei und Tausenden syrischen Söldnern, einen Angriffskrieg gegen die kleine armenische Republik Arzach geführt hatte. In einem nun aus dem Internet entfernten Interview mit dem aserischen Medium Azertac sprach Prof. Dr. Auch davon, dass die Menschen in Aserbaidschan lange darauf gewartet hätten, „ihr Land von der Besatzung zu befreien“. Einige regimetreue Studenten begleiteten sie bei ihrem Besuch. Sie waren auch an ihrem Lehrstuhl beschäftigt bzw. promovierten an ihrem Lehrstuhl, wie das Medium Vice berichtete.

Besonders kritisiert wurde zudem ihr Besuch des sog. “Trophäen Parks” in Baku, welcher sterbende Armenier in Wachsfiguren darstellt und in der BILD-Zeitung als “Tempel des Hasses” bezeichnet wurde. Internationale Medien und Politiker hatten Aserbaidschan und den aserischen Diktator Aliyev stark für die Zurschaustellung menschlichen Elends und den anti-armenischen Rassismus des Parks scharf kritisiert. Des Weiteren ist Prof. Dr. Auch Mitglied des Kuratoriums des Deutsch-Aserbaidschanischen Forums, einem Lobbyverein, der dem autokratischen aserbaidschanischen Regime nahesteht. Der Lobbyverein wird von LobbyControl als „dubioses Aserbaidschan-Netzwerk“ bezeichnet und geriet im Zuge der Aserbaidschan-Affäre in die Schlagzeilen.

Nach elf Jahren scheint die Kritik endlich Wirkung gezeigt zu haben und die Stiftungsprofessur soll ihre Arbeit laut Studiendekan der Philosophischen Fakultät der Humboldt Universität zum 30. September dieses Jahres einstellen. Das Präsidium von AGBU Germany zeigt sich erfreut über diese Entwicklung und wird sich auch weiterhin für die Aufklärung über die Einflussnahme in den deutschen Wissenschaftsbetrieb und die Politik einsetzen.

AGBU Germany headquartered in Berlin is the first German Chapter of the Armenian General Benevolent Union (AGBU), the world’s largest non-profit organization devoted to upholding the Armenian heritage through educational, cultural and humanitarian programs across the globe. Headquartered in New York City, AGBU has an active presence in 31 countries and 74 cities.

 

AGBU Germany was founded in 2020 in the awareness of its responsibility towards the Armenians in Germany, Armenia, Artsakh, and in the Diaspora. Inspired by the unwavering determination of its mother organization AGBU founded in 1906, and in appreciation and recognition of its continuous achievements, the Chapter fits as a German link into the ranks of international AGBU Chapters as well as into the global Armenian nation.

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